Am 1. April 2017 erschien die neue Ausgabe der Zeitschrift KRACHKULTUR. Heft 18 von „Deutschlands frechster Literaturzeitschrift“ (CICERO) widmet sich dem Thema „Natur“. Klarer Fall: Alles, was schützenswert ist, kann Thema der KRACHKULTUR werden.

Mit von der „grünen“ Partie ist James Dickey (1923–1997), der mit „Deliverance“ („Flussfahrt“) einen der wichtigsten amerikanischen Romane überhaupt schrieb (verfilmt mit John Voight und Burt Reynolds unter dem Titel „Beim Sterben ist jeder der Erste“). Dass er auch ein begnadeter Natur-Lyriker war, ist hierzulande kaum bekannt. Das soll sich nun ändern: Ich habe wundervolle Natur-Gedichte des Großmeisters ins Deutsche übertragen – wirklich mit großer Begeisterung!

Der preisgekrönte New Yorker Lyriker Joshua Mehigan (*1969) bekam eines Tages unvermittelt einen Anruf von „Apollo“. Hinter diesem selbstgewählten Kosenamen steckte James Dickey höchstpersönlich (Mehigan hatte ihm zuvor einen bewundernden Brief geschrieben), der seinem jungen Verehrer energisch einbimste, wer der größte Dichter auf Erden sei: Dickey himself, versteht sich. Von diesem Erlebnis der besonderen Art handelt der Essay „Apollos Anruf“.

Wenn von Natur die Rede ist, kann der Hinweis auf den berühmten „Natur“-Essay (1836) von Ralph Waldo Emerson (1803–1882) nicht ausbleiben. Keiner hat wie er die heilende Wirkung naturkontemplativer Erlebnisse in ästhetisch adäquate Worte übersetzt. In einem bislang nicht auf Deutsch erschienenen Essay-Entwurf „Über die Dichtung“ erläutert der amerikanische Philosoph, „dass die Dichtung eine Kunst ist, die gegründet ist auf die Notwendigkeiten – und verbunden ist mit dem Wirken – der Natur“. Ehrlich gesagt habe ich diesen sperrigen, unabgeschlossenen, unausgegorenen, aber damit zugegebenermaßen auch wieder faszinierenden Essay mit weniger großer Begeisterung übersetzt als Dickey und Mehigan. Mit tatkräftiger Hilfe von Ritchie Robertson und David Dollenmayer ist es aber gelungen, und es ist sicher ein kleiner Meilenstein im Naturdenken.

 

KRACHKULTUR NR. 18 / 2017

Hrsg. v. Martin Brinkmann u. Alexander Behrmann

ISSN 0947-0697 / ISBN 978-3-931924-13-3

192 Seiten / 14 EUR

1. April 2017